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Kategorie: Schreiben

Portrait von Dorit Huber

Eine neuerliche Schreibübung von mir. Dieses Mal ist es ein Portrait einer halb echten halb fiktiven Person.

 

Portrait von Dorit Huber

Wir trafen uns am Bahnsteig sie fuhr gerade Richtung Land hinaus. Sie sah entspannt aus, also entschloss ich mich sie anzusprechen. Zuerst wollte sie ablehnen, aber dann überlegte sie und sagte zu. Sie führte mich zu einem kleinen, ruhigen park in der Nähe. Auf dem Weg blieb sie bei jeder Blume stehen und betrachtete sie genau, strich über ihre Blätter und schritt weiter. Dabei war die ganze Zeit ein feines Lächeln auf ihren Lippen. Schließlich setzten wir uns unter einen Baum. Eine Birke wie sie mir erklärte.

Da wir uns zum ersten Mal trafen, redeten wir erstmal höflich über unsere Arbeit. Sie ist bei der Stadt und zeichnete Pläne. Man merkte ihr an, dass diese Arbeit sie nicht erfüllte. Sie langweilte sich beim reden. Regelmäßig verdreht sie die Augen, wenn sie auch nur eine Silbe über Arbeit verlieren muss. Also wechselte ich behutsam das Thema und fragte nach ihren Hobbies.

Ihre Augen begannen zu strahlen und ihre Haltung war aufrecht wie eine Kerze. Sie erzählte mir das sie Mosike macht. Damit verbringt sie wohl einen Großteil der Zeit. Ihre Hände lassen harte Arbeit vermuten. Die Fingerkuppen sind rau und schwielig. Gefühlte Stunden sprach sie über die verschiedenen legemethoden beim Mosaik, über vergangene Künstler und über Kurse die sie zu dem Thema besucht.

Als ich sie fragte warum sie nicht das zu ihrem Beruf macht, wurde sie sofort ablehnend. “Ich möchte damit kein Geld verdienen. Das ist mir viel zu anstrengend.”

Ich versuchte noch genauer auf das Thema einzugehen, aber sie blieb stur bei ihrer Meinung.

Als ich merkte das ich gegen eine Wand laufe gab ich auf und fragte sie stattdessen wie ihr Leben zu Hause sei. Daraufhin meinte sie, dass mich das nichts anginge, und fragte sich selbst warum sie diesem Gespräch überhaupt zugestimmt hatte. Trotz dieser Frage blieb sie sitzen und schien auf die nächste Frage zu warten. Ihr Hunger nach Aufmerksamkeit scheint grenzenlos.

Also bat ich sie stattdessen über ihre Kindheit zu sprechen. In Ihren Augen blitzte etwas auf das ich nicht benennen kann. Vielleicht so etwas wie Genugtuung, Freude das sie gehört wird. Sie erzählte mir das sie von ihren Eltern nie gut behandelt worden war, genauso wenig wie ihr jüngerer Bruder. Als ich sie fragte ob sie ihre Eltern darauf je angesprochen habe, antwortete sie:” Die glauben mir nicht. Haben es in ihrem Alter schon vergessen.” Bei diesen Worten stiegen ihr Tränen in die Augen. Ich bot ihr an das Thema zu wechseln, doch sie lehnte ab. Es muss einmal raus, sagte sie nur dazu.

So kam es das sie mir von all den Gräueltaten ihrer Zeit erzählte. Ein besonderes Anliegen dabei war ihr mir verstehen zu geben wie sehr sie unter ihrem Bruder leiden musste. Was er je getan hatte um sie zu verärgern, abgesehen von seiner Existenz, verstand ich bis zum Schluss nicht. Das einzig schlechte, was sie über ihn sagen konnte, war das er sie hänselte und ihr mit einem toten Huhn nachlief.

Nach und nach fiel mir in unserem Gespräch auf , wie laut sie geworden war. Die Stille war aus dem Park verschwunden alles schien mit ihr zu kreischen und zu schreien.

Schließlich begann sie sich mir vollkommen zu öffnen und erzählte mir von allerhand Beziehungsproblemen. Von Seiner Unmöglichkeit nicht mit ihr zu sprechen bis hin zu Problemen im Bett. Einige Male versuchte ich sie höflich auf ihre Lautstärke aufmerksam zu machen. Das ging für zwei oder drei Sätze gut, dann verfiel sie wieder in diesen aufgebrachten Schrei Modus. Obwohl aufgebracht wirkte sie nicht nur aufgeregt.

Nach einiger zeit hatte ich das Gefühl mir würde es schlechter gehen, also versuchte ich sie langsam zu einem Schluss zu kommen. Doch die Dame war jetzt erst richtig in Fahrt. Sie begann aufgeregt auf ihrem Sitz hin und herzurutschen, während ich versuchte gegen meine Kopfschmerzen anzukämpfen.

Bis ich schließlich nicht mehr konnte und sie bat zu unterbrechen. Ihr Redeschwall stoppte abrupt und sie sah mich mit großen Augen an. Erst da schien ihr aufzufallen wie laut sie wirklich gewesen war, denn sie sah sich überrascht um.

Ich bedankte mich für das Gespräch, versprach ihre auf ihre Bitte hin, den Namen zu tauschen, schüttelte ihre Hand zum Abschied und versuchte so ruhig wie möglich zu meinem Zug zu gelangen. Als ich mich umdrehte sah ich erst ihre Traurigkeit. Sie saß einsam umgeben von Blumen am sonnigsten Tag des Jahres und brachte nicht einmal ein Lächeln auf ihre Lippen.

Ungeplante Stille

Wie ihr bemerkt habt war es hier sehr still in den letzten 2 Wochen. Ich hatte Urlaub 😀 Hab mich schön erholt und ein paar Sachen nachgeholt. Leider kam das Lesen und das Schreiben zu kurz. Um zu Hause zu schreiben fehlt mir die Routine. Während der Arbeitszeit läuft das einfach besser^^

Die Dinge die aus der Langeweile entstanden sind

Ich hab mir einen groben Redaktionsplan für alle Kanäle überlegt. Er ist noch etwas am Reifen, aber ich hoffe noch im Juli schrittweise zu beginnen.

Immerhin ein Bild mit Zitat habe ich hochgeladen bei Instagram.
Ist doch toll, oder nicht?^^

Bei den Youtube bin ich mir unsicher wie ich die angehe. Der momentane PC-Raum ist nicht gerade herzeigenswert. Wahrscheinlich mache ich ein Vorstellungsvideo in einer schönen Umgebung und verwende dann erstmal Stock-Videos.

Twitter war auch etwas stiller in letzter Zeit, aber ich versuche hin und wieder was zu tun. Ich bin oder war im #TeamÜberarbeiten oder #TeamÜberarbeitung.

Facebook ist und bleibt ein wenig mein Sorgenkind, aber es nimmt schön langsam Formen in meinem Kopf an.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt kommen meine Blog Beiträge immer am Dienstag und Freitag (früher Samstag). Das will ich erstmal beibehalten.
Die Beiträge will ich aufbereiten und zu einem Video und POD-Cast zusammenstellen. Außerdem überlege ich mir eine kleine „Show“ aufzuziehen. Mit zusammenhängenden Kurzgeschichten, aber das ist erstmal noch ein sehr weit entfernter Traum.

Künstlerbusinessfrühstück

Am 18.07 war das vergangene Frühstück. Es waren überraschend wenig anwesend. Der Veranstalter meinte, das es immer so im Sommer ist.
Wir haben uns über Marketing unterhalten. Die Hauptbotschaft war, sei du selbst. Was ich auch zu hundert Prozent unterschreibe.

Dieses Mal hab eich mich eingehender mit Mag. Andreas Huber von der Firma Kailuweit Kulturkommunikation und Mag. Oliver Kerschner von der Firma sounddirect unterhalten.

Andreas hat mit mir vor allem über einen Verlag geredet und sich sehr für mein Buch interessiert. Leider habe ich den Namen vergessen. Ich glaube das ich trotzdem beim Selfpublishing bleibe, aber Informationen schaden nicht. Außerdem redeten wir über Lesungen. Er hat wohl gesehen das er mich überforderte und so wechselten wir wieder zu Verlag.

Mit Oliver habe ich mich zuerst noch über das Marketing kurz unterhalten. (In Wien gibt es eine Firma die Gratis Werbeflächen für Kulturveranstaltungen anbietet.) Außerdem sagte er mir zu falls ich mal ein Audiobook aufnehmen möchte, dass er mir sein Tonstudio zur Verfügung stellt und auch Schauspieler die es sprechen würden.

Allein bei dem Gedanken eine Lesung zu halten oder ein Audiobook aufzunehmen wird mir heiß vor Aufregung. 😀

Na jedenfalls das war’s im Großen und Ganzen. Morgen wird es wohl noch keinen neuen Beitrag geben, aber ich bemühe mich, vielleicht doch etwas auf die Beine zu stellen.

Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche!

Liebe Grüße

C.K. Moises

All morgendlich

Die Zeit verfliegt ohne das ich sie spüren kann. Manchmal ist es so als würde ich nicht hier sein. An solchen Tagen sind alle weit entfernt, ich bin allein.

Das Herz in meiner Brust schlägt wie ein Vogel und will herausbrechen um alles zu beenden. Wie oft kann ich dem Drang noch widerstehen? Was passiert wenn ich nachgebe?
Vielleicht würde ich dann wieder das Glück spüren. Das hoffe ich zumindest.

Was wohl die anderen dazu sagen werden? Sie werden es nicht verstehen. Ich werde wohl einfach weitermachen müssen. Egal wie es schmerzt. Auf keinen Fall darf ich aufgeben. Niemand wird mir helfen ich muss es selbst tun.

Das falsche Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht und ich drehe mich langsam herum und flüstere leise:“ Einen wunderschönen, guten Morgen.“

Als ich ihn sehe ist der Schmerz für einen Moment verschwunden, dann steht er auf und geht. Es bricht wieder über mich herein. So werde ich nicht mehr lange weiter machen können. Aber ein paar Tage gehen sich noch aus.

Photo credit: Carola Cappellari via Visual hunt / CC BY-NC-SA

Das weitere Leben

black-and-white-spiral-lightDer leiseste Gedanke ist so laut wie das Hämmern eines Presslufthammers. Dabei habe ich seit Wochen keinen Alkohol mehr getrunken und trotzdem fühlt es sich an als hätte ich einen Kater.

„Stört es dich, wenn ich Musik aufdrehe?“

 

Tu das und du stirbst einen langsamen und qualvollen Tod. Nicht mal dein geliebter Vater wird dich wieder erkennen können.

„Nein, kein Ding mach ruhig.“

Warum muss ich immer so höflich und freundlich sein. Eines Tages wird der böse Mensch aus mir ausbrechen und dagegen werde ich nichts tun können. Ich sehe jetzt schon die Schlagzeilen vor mir:“ Junge Frau im Copyshop ausgerastet und alle niedergemetzelt

Ob sie mich wohl in die Gummizelle sperren würden? Wäre ja nicht das erste Mal, aber wahrscheinlich das letzte Mal. Ob sie mich wieder nach Tulln bringen würden? Wären wohl noch die alten Pfleger dort? Wahrscheinlich die Meisten. Das war eine schöne Zeit für 2 Wochen keine Sorgen mehr. Und dann bekam ich auch noch Geschenke von meiner alten Klasse, das war ein Leben.

Die Türklinke holt mich zurück in die Gegenwart.

Dazu würde es nie kommen, mein Leben ist bereits vor mir aufgezeichnet. Nichts aufregendes ist da zu finden, vielleicht grad mal Kinder, aber das war’s auch schon. Ich werde hier versauern. Das schrecklichste daran? Ich spüre nichts dabei.

Photo via VisualHunt.com

Die Feier die fast keine war

brothers-lying-in-bed

Ausnahmsweise werde ich mal richtig persönlich. Vor allem weil ich ein wenig Ärger los werden muss. 

Normalerweise meide ich die Familie meines Freundes. Es ist nichts persönliches, allerdings man spürt bei zu langem Aufenthalt wie die IQ Punkte fallen. Allerdings war gestern der Geburtstag meiner ältesten, noch-nicht-wirklich-angeheirateten Nichte. Für sie ertrage ich gerne den Fremdenhass und die Arbeitsunmoral für eine Weile.

Also wir kommen an, setzten uns erstmal zum Kaffee und reden ein Weilchen. Ziemlich ätzend. Bin wegen dem Kind hier nicht wegen den Erwachsenen. Na, gut ertrag ich’s halt eine Weile.

Nach einer Viertelstunde wird es mir zu doof und ich gehe zu den Kindern. Sofort wird mir alles gezeigt, sie bedankt sich herzallerliebst für die Geschenke und sie zeigt mir ein Video zu dem sie mitsingt. Ihre kleine Schwester ist immer dabei, also hab ich die doppelte Beschallung. Der Spaß kennt keine Grenzen. Wir tanzen mal zu dritt und mal wirble ich das Geburtstagskind durch die Luft.

Nach einer gefühlten Stunde brauch ich mal Pause. Was machen die tollen Erwachsenen auf diesem Kindergeburtstag? Sie spielen. Am blöden Handy.

Am liebsten hätte ich geschrien. Selbst mein Freund dem seine Nichte soooooo wichtig ist spielt am blöden Handy. Toller Geburtstag.
Sobald ich wieder halbwegs Kraft habe stürze ich mich wieder auf die Kinder. Klar gestern waren sie lange spazieren und haben viel erlebt,  allerdings wenn man schon zu einer KINDERgeburtstagsparty lädt sollte man auch dementsprechend feiern. Oder sehe ich das falsch?

Doch dann geschieht ein kleines Wunder.  Die Jüngere geht zu den Erwachsenen und fragt:“Tanzen?“ Die Oma dreht sofort Musik laut auf und die Erwachsenen beginnen mit den Kindern zu tanzen. Zusammen eiern wir herum. Die schwangere Mutter filmt uns und wir lachen bis der Bauch weh tut.

Nach ein paar Liedern ist jeder fix und fertig und somit ist es Zeit für die nächste Kaffeepause. Nach einer Weile wollen die Kinder wieder spielen. Und das zweite Wunder des Tages! Mein Freund spielt mit uns! Die Anderen älteren Herrschaften sind noch zu fertig, aber immerhin einer macht mit. So wurde der Tag für ein kleines Mädchen gerettet.

Jetzt geht es mir wesentlich besser! Hattet ihr auch mal so ein ähnliches Erlebnis mit Verwandten? Oder seid ihr vielleicht jemand von den doofen Erwachsenen die sich immer zurück ziehen?

Photo via VisualHunt.com