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Dracula von Bram Stoker -Rezension


Da hatte ich mich wohl in der Woche vertan. Tut mir leid für die Pause. Dafür bekommt ihr dieses Mal die Rezension von Dracula von mir. Ich habe ein klares Defizit an Klassikern. Ich muss ehrlich sagen, ich kenne sie zwar vom Namen her, aber gelesen habe ich sie noch nie. Das will ich in diesem Jahr ändern und Dracula macht den Anfang. Außerdem will ich mit meiner Rezension etwas mehr auf das eingehen, was gut von der Geschichte ist und was nicht funktioniert. Wie genau ich das mache, werde ich mit den nächsten Rezensionen noch testen.

Allgemein

Titel: Dracula

Autor: Bram Stoker

Seiten: 486

Public Domain (!)

Die Charaktere

Bevor ich auf die einzelnen Charaktere eingehe, will ich sagen das das Buch schon 1800 heraus kam. Zu der Zeit wurde, meiner Meinung nach, noch nicht soviel wert auf die Charakterentwicklung gelegt. Zumindest fühlen sie sich zum großteils flacher an, als die heutigen. Deswegen wird der Abschnitt eher kurz und oberflächlich sein.

Jonathan Harker

Wir lernen ihn als erstes kennen. Er ist sehr pflicht bewusst und hat einen straken Sinn für Gerechtigkeit. (Obwohl es ihn schmerzt kehrt er in das Schloss Dracula zurück.) Eine wirkliche Veränderung ist nicht zu erkennen. Gerade das er verbittert gegen Dracula wird, aber wer wäre das nicht wenn seine Frau in Gefahr schwebt?

Mina Harker

Ich habe einmal eine Rezension gelesen in der sie als OP, over powered, bezeichnet wurde. Das kann ich nur teilweise nach vollziehen, aber alles in allem ist sie tatsächlich die stärkste Charakterin.

Lucy Westenra

Sie ist weniger ein Charakter als mehr ein Plotpoint. Sie bringt die Truppe zusammen und ja. Sie tut noch eine Sache, aber das wäre ein großer Spoiler, also lassen wir das.

Mina bezeichnet sie immer als lieb und hilfsbereit, aber aus meiner Sicht verhält sie sich normal freundlich. Redet mit älteren Herren und hat Mitleid mit einem Hund. Ihre Persönlichkeit hat keine wichtige Rolle sondern nur ihr Körper. Deswegen hätte sie auch fast eine Topfpflanze sein können.

Arthur Holmwood

Arthur hat es schwer. Innerhalb von wenigen Tagen verliert er fast alle seine lieben Menschen. Ansonsten sehe ich ihn al bewaffnete Topfpflanze. Wirklich wichtig ist er nur in ein paar wenigen Momenten. Wenn ich es mir recht überlege würde die Geschichte fast eins zu eins funktionieren, wenn er nicht da gewesen wäre.

So viel zu ihm.

Quincey P. Morris

Ich vergesse die Hälfte der Zeit über das er existiert. Sagt eigentlich genug.

Dr. John Seward

Aus seiner Sicht erleben wir auch einen Teil der Geschichte. Er wirkt wie ein kleiner Schoßhund des Professors. Fast immer sagt er ja und Amen. Nur einmal tut er etwas vollkommen aus sich heraus und das ist ein wichtiger Punkt in der Geschichte. Wenn van Helsing nicht dabei ist, ist er vorallem auf seinen Patienten Renfield fixiert. Der hat eine wirklich interessante geistige Störung. Zum Ende hin wird er weiser und etwas verbittert.

Professor Abraham van Helsing

Der berühmt, berüchtigte Vampirjäger ist ein Belesener. Falls ihr den Anime Van Helsing gesehen habt, vergesst ihn.  Dieser hier ist einfach ein Bücherwurm der einmal über Vampire gestolpert ist. So wie die Anderen Männer versucht er ein außerordentlicher Gentleman zu sein und das Leben vorallem für Mina und Lucy so angenehm wie möglich zu machen. Bis zur Hälfte des Buches ist er allerdings kaum mehr als ein Zaungast.

Renfield

Er ist nicht direkt eine handelnde Figur, aber er ist interessant. Seine zuvor angesprochene geistige Störung ist es, lebendige Wesen zu essen. Zuerst Fliegen, dann Spinnen und auch ein paar Vögel. Er glaubt dadurch deren Leben in sich aufzunehmen, besser gesagt deren Lebensenergie. Ein paar Mal wirkt er richtig klar im Kopf und dann beginnt er sofort mit Philosophie um sich zu schmeißen. (Was teilweise erst nach mehrmaligem Lesen seine volle Wirkung entfacht.

Dracula

Der Namensgeber darf natürlich nicht fehlen. Er funktioniert erstaunlich gut. Ich habe den Roman angefangen mit der Erwartung, das Dracula so ein komischer Bösewicht sein wird ohne das man jemals viel von ihm sieht oder ihn näher kennen lernt. Tatsächlich aber ist er ein eigener „Mensch“ der ganz ohne seine Gegenspieler funktionieren würde. Er existiert nicht einfach sondern sein Umfeld reagiert tatsächlich auf ihn. Wir lernen ein paar Dinge über ihn und seine Vergangenheit. Alles in allem ist er ein guter Bösewicht.

 

Also als kurze Zusammenfassung der Charaktere: 3 von Ihnen könnte man fast leicht durch Topfpflanzen ersetzten. Außer kleine Ausnahmen fügen sie der Geschichte nichts hinzu.  Aber das ist alles nur meine Meinung, ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir widerspricht.

 

Plot

Es gibt für mich keine offensichtliche Lücken nur an manchen Stellen sind die Charaktere langsam. Zum Beispiel rennt nur van Helsing mit einem Kreuz herum, obwohl sie wissen wie effektiv das gegen Vampire ist. Durch diese Blödheit haben sie zwar einen Vorteil, aber das Opfer muss leiden. Und in Wirklichkeit hätten sie es sich sparen können.

Nach heutigen Standards könnte das Buch in zwei Teile aufgeteilt werden. Ungefähr bei der Hälfte wäre das. Das ist jetzt weder gut noch schlecht, ich finde es einfach interessant wie sich die Buchwelt mit der Zeit entwickelt hat.

Ansonsten ist es spannend, aber vorhersehbar. Kann auch an mir liegen, weil ich die Geschichte schon so ungefähr kannte.

 

Schreibweise

Jetzt kommts. Die Idee alles aus Tagebüchern, Zeitungsberichten und so weiter zu beschreiben, habe ich bisher nie in so einer Form gelesen. Es ist spannend und man erfährt mit den Charakteren, was in ihrer Welt vor sich geht. Das hat mich bei diesem Buch am aller meisten beeindruckt.

Die Sprechweise der Charaktere ist schon lange aus der Mode und es sind einige Wörter dabei, die ich nachschlagen musste.

Der allergrößte Negativpunkt ist die Mundart von manchen Charakteren. Das war so anstrengend! Die Meisten die so geredet haben, habe ich einfach ignoriert oder nur im schnell Durchlauf gelesen. Nach einer besonders langen Rede in der Mundart habe ich das Buch für einen Tag zur Seite gelegt. Es war wirklich eine Qual.

 

Was hat funktioniert?

Die Erzählweise. Auf diese Art habe ich noch nie einen Roman gelesen und es hat mir wirklich Spaß gemacht.

Der Plot. Auch wenn es, für mich, vorhersehbar war ist es mehr als gelungen.

Das Böse. Dracula ist toll. Mehr kann ich dazu nicht wirklich sagen.

 

Was hat nicht funktioniert?

Die Charaktere. Für heute waren sie viel zu 2D.

Die Sprechweise. Ebenfalls auf das hohe Alter des Buches zurück zu führen. Und auf die schreckliche Mundart.

Die Rollenbilder. Bei den Charakteren habe ich diese nicht angesprochen, weil es klar war, das zu der Zeit die Frau noch als „Nieder“ angesehen wird. Obwohl für damals, denke ich macht der Roman doch einen großen Schritt nach vorne.

 

Fazit

Fast alle negativ Punkte sind auf das hohe Alter zurückzuführen, also finde ich kann man dem Buch volle Punkteanzahl geben. Wenn ihr euch mit der verstaubten Art anfreunden könnte, dann ist das Buch ein Muss.

Ehrlich mir fällt nicht mehr dazu ein.

Was sagt ihr zu meiner Einschätzung und zu dem neuen Format?

Eure CK

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