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Schlagwort: Gedicht

Die Frau am Steuer

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Photo credit: dalechumbley via VisualHunt / CC BY-NC-ND

Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer,
Das Luftschiff segelt auf den toten Winden.
Keine Chance auf Heimkehr.

In einer Hand den Speer.
Nur um diesen Kontinent zu finden.
Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer.

In diesem endlosen Luftmeer,
Ihre Hoffnungen schwinden.
Keine Chance auf Heimkehr.

Wie ein alter Feldheer,
Steht sie, und weiß sie müssen sich weiter schinden.
Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer.

Für dieses Abenteuer gewinnt sie keine Lorbeer,
Wie lange sie sich wohl noch winden?
Keine Chance auf Heimkehr.

Ihr größtes Begehr,
Dort können sie es finden!
Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer.
Keine Chance auf Heimkehr.

Villanelle

the villanelle

Ich habe mich dazu entschieden regelmäßig Villanellen zu schreiben.

Warum?
Weil es nicht so „anstrengend“ ist wie die anderen Gedichtformen ist, obwohl mir die auch besser als erwartet gefallen. Außerdem will ich über die Charaktere in meinen Geschichten schreiben. Ich hab das Gefühl als könnte ich sie dann besser verstehen. Oder vielleicht auch ihre Geschichte mir besser vor Augen halten. Die Villanelle über Santos verrät eigentlich schon relativ viel über seinen Zustand und wie es dazu kam.

Das klassische Reimschema ist: A1bA2 abA1 abA2 abA1 abA2 abA1A2

Kurze Geschichte zur Villanelle: 
Zum ersten Mal wurde sie im 16. Jahrhundert in Italien niedergschrieben. 17. bis 19. Jahrhundert war sie so gut wie ausgestorben. Im 20. Jahrhundert wurde diese plötzlich wieder relevant.
Klassische Dichter: Sylvia Plath, Dylan Thomas, Eugene O’Neill,…
Moderne Dichter: Claire Kelley,…

Vilanelle

Santos

 

Seine Zunge ist locker vom Wein

Er sitzt zusammen mit Freunden

Langsam rutscht er vom Hocker

 

Der Ausflug beutelte ihn schwer

Den Männern ist mehrmals was abgegangen

Die Zunge ist locker vom Wein

 

Jeder Atemzug schmerzt

Auch er sollte zulangen

Langsam rutscht er vom Hocker

 

Er wollte keinen solchen Unfug treiben

Viele drangen in sie ein

Seine Zunge ist locker vom Wein

 

Sie zwangen ihn zum bleiben

Ganz unrein fühlte er sich beim Fräulein

Langsam rutscht er vom Hocker

 

Als er nicht wollte haben sie ihn eingefangen

Sein Edelstein war zertrümmert

Seine Zunge ist locker vom Wein

Langsam rutscht er vom Hocker