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Die schwarze Witwe

Was für ein Mann er doch ist. Sein Hemd spannt sich über seine Muskeln. Die strahlend weißen Zähne scheinen von selbst zu leuchten. Noch lehnt er ganz entspannt am Tresen. Begierig lasse ich meine Zunge über meine Lippen gleiten.

Mein gesamter Körper scheint zu pulsieren, so als würde mein Herz ausbrechen wollen. Am gesamten Körper spüre ich Wärme, aber am heißesten sind meine Wangen. Ich greife zur kühlen Flasche und halte diese an meine Wange, dabei sehe ich wie sehr meine Hände zittern. Schnell lege ich sie flach am Tisch. Mit einigen tiefen Atemzügen beruhige ich meine Nerven.

Als ich nun wieder meine Hand hebe ist sie bedeutend ruhiger. Vorsichtig greife ich nach der Flasche. Sie muss wohl im Gefrierschrank gelagert worden sein. Die Kälte zieht förmlich in mich hinein und kühlt mich augenblicklich ab. Ein unwohles Gefühl huscht durch mich durch. Entgeistert stelle ich das Getränk wieder ab. Mir ist die Lust vergangen. Also bleibt nur noch er als mein Ziel.

Schwungvoll werfe ich meinen Kopf zur Seite, damit mein schwarzes Haar besonders gut aussieht. Es fällt mir perfekt über die Schulter. Lächelnd schweifen meine Augen durch den Raum. Wie zufällig fällt mein Blick auf ihn. Auch er entdeckt mich. Als ich mir sicher bin, dass seine Aufmerksamkeit auf mir ruht knabbere ich spielerisch an meiner Unterlippe. Unruhig beginnt er von einem Bein aufs andere zu treten. Wie bei einem Spiel sehe ich kurz weg. Aber aus den Augen lasse ich ihn deswegen nicht. Mein Blick ist auf ihn fixiert auch er sieht noch immer in meine Richtung.

Gerade als ich den nächsten Schritt machen möchte, nickt er mir zu. Verblüfft sehe ich ihm zu wie er auf mich zu kommt. Mein Herz beginnt zu rasen und meine Handflächen werden feucht. Er ist nur noch wenige Meter entfernt. Noch immer hält er direkt auf mich zu. Wieder beginne ich auf meiner Unterlippe zu kauen, aber dieses Mal bedeutend heftiger. Als er direkt neben mir Halt macht will ich schon aufspringen.

Obwohl er mich nicht mehr ansieht bin ich mir sicher, dass er mich will. Meinen Rock streife ich glatt und will mich aufsetzten als ich aus den Augenwinkeln etwas sehe. Da läuft jemand auf ihn zu. Die Person wird schon aufpassen, denke ich mir und stehe auf. Da fällt die Person in seine Arme und sie küssen sich. Schnell schnappe ich mir die Flasche und verlasse die Bar. Jeder Schritt fühlt sich so unendlich schwer an. Jedes Geräusch scheint wiederzuhallen. Nachdem ich durch die Gegend getorkelt bin erreiche ich endlich den Ausgang. Irgendwie bringe ich genug Kraft auf um die eisen Tür zu öffnen. Im Freien angekommen lasse ich die Tür laut ins Schloss fallen. Meine Beine werden plötzlich weich. Ich lasse es zu, unsanft lande ich am Boden. Die Flasche habe ich dabei fest umklammert. Begutachtend drehe ich sie herum. Als ich keine Mängel feststellen kann kippe ich das eisige Bier in mich hinein. Mit einem Zug geleert. Sehnsüchtig blicke ich nach oben. Dabei bemerke ich eine merkwürdige Drehbewegung. Nur für einen Augenblick schließe ich die Augen. Dabei spüre ich einen Luftzug und irgendwie scheine ich zu fallen.

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