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Schlagwort: bücher

Plot Armor?

Vor ein paar Wochen, habe ich auf Twitter das Wort Plot Armor erwähnt und, das hat bei ein paar Leuten Fragezeichen hervorgerufen. Mir war gar nicht bewusst, dass das Wort im deutschen Raum nicht so weit verbreitet ist. Deswegen will ich mir heute Zeit nehmen um über Plot Armor zu reden.

 

Was ist Plot Armor?

Zuerst einmal gibt es einige verschiedene Namen dafür beispielsweise Character Shield, Script Immunity oder auch Plot Shields. Sie alle sind Synonyme füreinander. Ich persönlich finde Plot Armor am zutreffendsten deswegen nutze ich es am häufigsten.

Plot Armor ist das was die ganzen Action Helden in diversen Filmen beschützt. Sei es ein Sturz aus einem Gebäude, ein unmöglicher Stunt oder auch vor psychologischen Schäden. Auf TV-Trope wird das Ganze sehr schön beschrieben:

When Bob is the lead protagonist of a work, his presence is essential to the plot. Accordingly, the rules of the world seem to bend around him. The very fact that he’s the main character protects him from death, serious wounds, and generally all lasting harm (until the plot calls for it). Even psychological damage can be held at bay by Bob’s suit of Plot Armor.

Zu Deutsch:

Wenn Bob der Hauptcharakter einer Geschichte ist, dann ist er wichtig für den Plot. Daher biegen sich die Regeln des Universums um ihn herum. Der Fakt das er der Hauptcharakter ist beschützt ihn vor dem Tod, ernsthaften Verletzungen, und jegliche Art von nachhaltigen Schmerzen. (Bis der Plot es verlangt.) Auch psychologische Schäden können durch Plot Armor zurück gehalten werden.

Also der Charakter wird vor allem Schlechten beschützt, außer es bringt den Plot voran.

 

Was ist so schlecht daran?

Es ist unrealistisch und nicht menschlich. Natürlich kann es aufgrund der Geschichte logisch sein, das ein Charakter kaum oder gar keinen Schmer Eine Szene hat sich regelrecht in mein Gehirn hineingefressen. Spoiler für James Bond Casino Royale voraus:

Als Vesper von den Bösen entführt wird und Bond ihnen hinterherfährt, kommt es zu einem Crash. Bonds Auto überschlägt sich gefühlte 15 Mal und er überlebt ohne bleibende Schäden davon zu tragen. Bei James Bond ist so etwas fast schon zu erwarten, aber hätte man den Stunt nicht ganz so heftig gemacht, wäre es realistischer gewesen. Und hätte mich nicht so aus der Geschichte herausgezogen.

Es gibt bestimmt noch tausende andere Fälle von Plot Armor, sie alle haben eines gemein: Sie holen den Zuschauer aus der Geschichte heraus.

 

Mein Charakter hat Plot Armor. Ist die Geschichte jetzt automatisch schlecht?

Auf gar keinen Fall! Keine Geschichte wird wegen einer einzigen Sache schlecht. Falls du tatsächlich feststellst das in deiner Geschichte Plot Armor vorkommt, kannst du die Geschichte anpassen. Selbst wenn du das nicht tust, dann kannst du es beim nächsten Mal besser machen.

Außerdem, wenn es nur einmal in der Geschichte vorkommt, dann sagen auch die wenigsten Leute etwas dagegen. Es geht hier mehr um so extreme Beispiele wie diese ganzen Superhelden/Actionhelden Geschichten. Keiner kann solche Szenen mehr ernst nehmen, denn jeder Hauptcharakter ist sicher.  So etwas ist öde.

 

Was kann man dagegen machen?

Lass den Charakter Schmerz fühlen. Nicht einfach ein bisschen Unwohlsein, lass ihn leiden. Wenn er aus einem Gebäude springt und sich nicht zumindestens etwas verknackst, dann läuft irgendetwas falsch. Aber das er sofort etwas fühlt ist nur die halbe Miete.  Selbst Stunden oder auch Tage später muss etwas von diesem Unfall übrig sein. Kein Mensch hält es aus mit einem verstauchten Bein zu laufen, als ob nichts gewesen wäre. Es kann schon so etwas subtiles wie mehr Pausen sein. Hauptsache seine Aktion ruft eine Reaktion hervor.

 

Aber zu jeder „Regel“ gibt es bekanntlich Ausnahmen:

Wenn der Charakter ein trainierte Soldat ist, wird er um einiges besser mit Schmerzen umgehen können als ein Teenager.

Auch Notsituationen sind eine Ausnahme. Es gibt ein paar Bergsteigerfilme, welche auf echten Geschichten basieren, in denen die Grenzen des menschlichen Körpers aufgezeigt werden. (Leider weiß ich von keinem mehr den Namen.) Bei dem Einen muss sich der Bergsteiger einen Arm selbst abschneiden um sich zu befreien. Bei dem Anderen muss der Bergsteiger auf einem gebrochenem Fuß mehrere Tage „gehen“ um nicht von seinen Freunden zurückgelassen zu werden die ihn für tot halten.
Bei Beiden geht es um Leben und Tod und, deswegen wachsen diese Menschen über sich hinaus.

Im Fantasy/Science Fiction Bereich gehört es vielleicht zum Charakter dazu. (Magie, Rüstungen die Stürze abfangen, etc.)

Außerdem haben manche Charaktere einfach eine riesige Portion Glück und kommen unverletzt aus einem fatalen Crash heraus.

Wenn ein Charakter Schmerzen überspielt, mag das für ein paar Stunden gut gehen, aber fast immer holt ihn die Realität ein und er erliegt den Schmerzen.

 

Fazit

Man kann ziemlich leicht in diesen Trope hinein fallen und das herauskommen, kann nerven zerrend werden.  Man muss sich also genau überlegen wie schlimm man dieses Trauma wirklich darstellt und vorallem wie der Charakter damit fertig wird.

Fällt euch ein Fall von Plot Armor ein? Ich bin mir sicher da gibt es ein paar Szenen. 😉

Eure CK

Blutmoor – Rezension

Hallo! Heute gibt es eine neuerliche Rezension. Wieder von Thomas Ehrenberger, dieses Mal geht es um seinen zweiten Roman Blutmoor. Der Autor hat mir netterweise ein Leseexemplar zukommen lassen.

Falls Ihr die erste Rezension lesen wollt: Hier gehts lang.

Allgemeines:

Name: Blutmoor

Autor: Thomas Ehrenberger

Verlag: Midnight

Seitenanzahl: 224 Seiten

 

Charakatere

Dieses Mal kommen mehr Charaktere vor, aber hier möchte ich nur die Wichtigsten vorstellen.

Sarah Spielmann

Auch dieses Mal ist Sarah der Star des Romans. In Blutmoor habe ich mir etwas schwerer mit ihr getan. Ich kann nicht genau sagen warum. Ich hatte mir sie anders erwartet. Bereits am Anfang erfahren wir das sich einiges in ihrem Leben geändert hat und ich denke das hat einfach eine falsche Erwartungshaltung bei mir hervor gerufen. Trotzdem versuche ich fair ihr gegenüber zu sein.

Einige ihrer Eigenschaften hat sie fast eins zu eins aus Bekenne deine Sünden übernommen. Zum Beispiel ihre Streitsucht mit dem Staatsanwalt Herr Handler. Das ist einer der Punkte die ich nicht nachvollziehen kann. Mittlerweile ist Sarah eine Chefinspektorin, aber sie schafft es nicht mit dem Staatsanwalt nett oder zumindest respektvoll um zu gehen. Das hat mich regelmäßig ein wenig rausgeworfen.

Aber man muss ihr zu Gute halten, dass sie ihr Bestes versucht. Im privaten Bereich hat sie sich tatsächlich fast vollkommen ins Positive verändert.

 

Fred Heberstreit

Er ist der neue Partner von Sarah. (Das war klar nachdem Epilog von Bekenne deine Sünden) In ein paar Situationen ist er mir zu großtuerisch, aber alles in allem ist er ein netter Zeitgenosse. Ich glaube ja fast er hat das von Sarah ein wenig übernommen. Auch bei ihm  hat sich einiges geändert.

Da er im vorigen Buch noch ein IT-Spezialist war hat er erstmal die Polizeischule durchlaufen müssen. Zu Beginn des Buches ist er seit ein paar Monaten ihr Partner. Bisher dürften sie nicht Großes zusammen erlebt haben, obwohl ihre Vertrautheit nahe legt das sie viel erlebt haben.

 

Simon Baumeister

Das ist der neue Chef der Kriminalabteilung. Allzu viel bekommen wir von ihm nicht mit. Das Meiste was wir erfahren, ist das er sich besser mit Sarah versteht. Ansonsten wirkt er auch ruhiger als der Letzte.

Alles in allem scheint er besser ausgerüstet zu sein um mit der launischen Sarah fertig zu werden.

 

Das Böse

Hat mich am Meisten beeindruckt. Das Böse im vorigen Buch war schon gut, aber hier hat sich der Autor noch einmal selbst übertroffen.  Die Hintergrundgeschichte ist gut ausgearbeitet und nicht von der Stange. (Zumindest nicht alles.)

 

Allgemeines zu den Charakteren

Dieses Mal war eine Schwäche sehr offensichtlich, aber das haben fast alle Krimis gemein, das die Charaktere erst zum Schluss eine Veränderung durchlaufen. Dafür ist diese Veränderung aber auch bahnbrechend für die Meisten. Dabei geht es nicht nur um das Wesen eines Menschen. 😉

 

Plot

Der Beginn der Geschichte war für mich ein wenig durchwachsen. Als Leser bekommt man einen Haufen Informationen vorgesetzt die später kaum beziehungsweise überhaupt nicht relevant sind. Andererseits ist man, wie im vorigen Teil, sofort im Geschehen drinnen. Ich sage einmal vorsichtig das es ein guter Start ist.

Dan wechselt die Ansicht, das tut sie übrigens sehr häufig, und da ist mein erstes echtes Problem. Statt mit Action weiter zu machen bekommen wir erstmal einen Infodump. Wobei vieles von den Informationen später nochmals vorkommen wird. Beziehungsweise findet sich auch eine kleine Zusammenfassung vom ersten Roman. Beides finde ich ein wenig zu viel.

Der eigentliche Plot ist dann sehr interessant. Man wird ein paar Mal in die Irre geführt., zwischendurch verdächtigt man eine Unschuldige Person. Es ist spannend.

 

Schreibstil

Ein Kritikpunkt von mir im vorigen Buch war die Redundanz und die muss ich sagen, dass hat sich ordentlich gebessert. Mir fällt nur eine Szene ein, die redundant ist. Das Böse hat das Opfer entführt, zuerst sehen wir aus der Sicht des Bösen und gleich darauf aus der Sicht des Opfers. Aber genau dasselbe. Eine einzige Emotion ist neu beim Opfer.

Ein anderer Punkt war die leicht fehlerhafte Logik. Das auf den Straßen nie irgendetwas los war.  Meine Kritik hat sich der Autor augenscheinlich stark zu Herzen genommen. Auch wenn es keine große Änderung war, so wirkt die ganze Stadt etwas lebendiger.

Dafür sticht mir etwas anderes stark ins Auge. Es gibt viele Stellen wo die Handlung von Informationen unterbrochen wird. Was sehr schade war. Vorallem eine Stelle hat mich aus dem Buch herausgeholt. Da ging es um den Punschkrapfen. Obwohl es interessant war, war es einfach unpassend. Ich war so überrascht von der Szene das ich einfach mal kurz aufhören musste zu lesen.

 

Fazit zu Blutmoor

Bis auf die Hauptcharakterin konnte ich mit allen Charakteren etwas anfangen. Es hat mir großen Spaß gemacht über den Fall zu lesen. Im Vergleich zum vorigen Roman kann man eine richtige Steigerung beim Erzählstil feststellen. Trotzdem muss ich sagen das es noch Schwächen gibt, aber trotzdem würde ich den Roman vom Herzen weiterempfehlen.

 

Wie habt ihr den Roman gefunden?

Eure CK

VLB – Was ist das was kann das?

Hallo! Tut mir leid das es letzten Freitag nicht geklappt hat, aber dafür mache ich heute wieder ein ziemlich großes Thema: VLB. Okay so groß ist es nicht, aber unglaublich wichtig. Es ist ein weiterer Teil des Buch Wien Vortrags „Selbst geschrieben – selbst verlegt“.

Hier gelangt ihr zum ersten Teil in welchem es um die Buchpreisbindung geht. Ein etwas trockenes Thema, aber es gehört dazu.

VLB – Wofür steht es?

VLB bedeutet Verzeichnis Lieferbarer Bücher. Ziemlich selbst erklärend oder? Jedenfalls werden hier alle  deutschsprachigen, lieferbarer Titel gelistet. Damit sind nicht nur Bücher gemeint sondern auch: Kalender, E-Books und „Non-Book-Article“.

Woher bekommt VLB die Sachen?

Über die ISBN Nummer und die GTIN bei Non-Book-Artikeln. Die Verkäufer melden ihre Artikel und VLB nimmt sie in den Katalog auf. Sobald sie gemeldet sind kann jeder sie bestellen und im eigenen Laden verkaufen.

Außerdem gibt es eine Referenzdatenbank, mit dieser geht die VLB sicher das die richtigen Preise genannt werden.

Falls du einen Webshop hast und Bücher oder Non-Book-Artikel verkaufen möchtest ist das mit VLB ebenfalls möglich.

 

Und was bringt mir das alles?

Als Verlag? Verdammt viel!

Als Selfpublisher? Mindestend genauso viel!

Wenn deine Bücher bei der VLB aufliegen sind sie für jeden Buchshop bestellbar. Damit ist eine riesige Hürde genommen. Theoretisch ist es möglich das jeder Buchshop dein Buch zum Verkauf auflegt.  Stell dir das mal vor! *Träum*

Zurück zum wichtigen: Wie viel muss ich zahlen?

Das ist sehr unterschiedlich und es wäre viel einfacher dir den Link zu geben. Also hier bitte.

Einfach gesagt wenn du die Daten gut herrichtest (siehe weiter unten), dann musst du weniger zahlen. Aber der Mindestbetrag ist trotzdem 69, 00 €. Die ist allerdings pro Monat, also nicht ganz so tragisch. Falls ein einziges Buch nicht in die „Gold“ Kategorie fällt, dann kostet es 99,00 € im Jahr.

Gibt es minimal Anforderungen?

Ja, das sind diese hier:

  • Identifikationsnummer (ISBN)
  • Titel (vollständiger Titel und falls vorhanden Untertitel)
  • Verlag (MVB-Kennnummer, Verkehrsnummer)
  • Lieferbarkeitsangabe (Angabe der Verfügbarkeit)
  • Warengruppe (Laut WG-Systematik)
  • Preisangabe inkl. Preistyp (Angabe über Ladenpreisbindung, Mehrwertsteuer, etc.)
  • Produktform (E,Book oder Buch oder Audiobuch)
  • Erscheinungstermin

Wenn man diese nicht anführt wird das Buch nicht in das VLB aufgenommen.

Was hat es mit den Gold/Silber/Bronze Kategorien auf sich?

Das sind Felder die bei einer Branchenumfrage als besonders relevant eingestuft wurden. Im besten Fall, alle Felder sind ordnungsgemäß ausgefüllt, hat man den Goldstatus somit muss man nur 2,70 € für eine Neuerscheinung zahlen. Wenn eines nicht gepflegt ist fällt man in die „Silber“ Kategorie (3,85 €). Sobald 2 oder mehr Felder ungepflegt sind dann fällt man in die „Bronze“ Kategorie (5,10 €).

Was sind das für Datenfelder?

  • Lieferbarkeitsangabe
  • Cover
  • Hauptbeschreibung (Text zur weiteren Beschreibung des Titels)
  • Autor/Herausgeber/Urheber
  • Umfang (Seitenanzahl und ähnliches)
  • Verschlagwortung
  • Produktsprache
  • Thema-Klassifizierung

Diese Angaben müssen Quartalsweise bestätigt werden. Falls man den Stichtag verpasst fällt das Buch automatisch in Silber oder Bronze. Das heißt ihr zahlt mehr. Im Nachhinein könnt ihr für das Quartal nicht wieder hochgestuft werden.

Es gibt außerdem von der VLB empfohlene Felder.

Diese sind im Normalfall eher für den Leser:

  • Inhaltsverzeichnis
  • Zielgruppe
  • Auflagenangabe (1. Auflage, etc.)
  • „Unechte“ Reihenangabe („Inhaltlicher Bezug von Titeln“)
  • Related Product (Vor-/Nachauflage)
  • Related Product (Verknüpfung zwischen Print/ E-Book)
  • Related Product (weitere Prduktformen Audiobook)
  • Warengruppenspezifische Abfragen (zb. Kinderbuch)