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Schlagwort: Klappentext

Ein Buchabbruch – Amalthea

Heute mal etwas traurigeres als das übliche. Heute will ich mit euch den Grund teilen warum ich Amalthea abgebrochen habe.

 

Der Klappentext

Ich besitze das Buch leider nicht mehr, aber soweit ich mich erinnern kann stand da etwas von der Besiedelung einer alten Welt. Zumindest so etwas in die Richtung. Der momentane Klappentext liest sich ganz anders:

Der Mond explodierte ohne Vorwarnung und ohne erkennbaren Grund. Die Uhrzeit würde man später als A+0.0.0 oder schlicht Null bezeichnen …

05:03:12 Weltzeit. Die Stunde Null. Nach der Explosion des Mondes wütet über Jahrtausende ein Meteoritensturm, der die Erdoberfläche in eine unbewohnbare Wüstenei verwandelt. Um die Menschheit vor der Auslöschung zu bewahren, schicken die Nationen der Erde eine Flotte von Archen ins All. Der Asteroid Amalthea – ursprünglich zu Forschungszwecken an eine internationale Raumstation angedockt –, soll der Kolonie als Schutzschild dienen. Doch das Leben im Weltraum fordert einen hohen Tribut, und der Fortbestand der menschlichen Zivilisation steht auf Messers Schneide …

Wenn ich diesen Klappentext gelesen hätte, hätte ich mir das Buch nicht gekauft. Es klingt für mich nicht spannend genug. So wie es klingt kann man wohl eher Science-Fiction mit vielen Beschreibungen erwarten. So etwas lese ich nicht gerne. Trotzallem habe ich dem Buch fast hundert Seiten gegeben, aber es war mehr eine Qual als etwas anderes.

Als ich mir Bewertungen auf den verschiedenen Plattformen durchgelesen habe, stellte ich fest, dass es einigen Leuten ähnlich erging. Es schien sogar noch anstrengender zu werden, also brach ich ab. Etwas das ich normalerweise vermeide, aber dieses Buch entsprach einfach wirklich nicht dem, was uns versprochen wurde.

 

Was könntest du daraus lernen?

Achte auch auf den Klappentext und lies auch ein paar Seiten aus dem Buch. Unter Umständen ist es nicht das was du dir erwartest. Gehört vielleicht für einige zum Grundwissen, aber mir ist so etwas bisher nicht passiert, deswegen dachte ich ich weise darauf hin.

 

Hattest du auch schon einmal ein solches Erlebnis? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Deine CK

Klappentext – Was drinnen stehen sollte

Obwohl ich mit der 4. Bearbeitungsgrunde noch nicht ganz fertig bin, mache ich mir langsam Gedanken zu Klappentexten. Also der Reihe nach:

Was sind Klappentexte?

Kennt ihr alle, oder? Die Dinger die hinten auf dem Buch stehen und euch zum Lesen überreden sollen.

Zusammen mit dem Cover sollen sie ein Kaufargument für den Leser sein. Was du durch das Cover nicht sagen kannst, sollte spätestens im Klappentext zu lesen sein. Dazu später mehr.

Übrigens Blurb ist nur das englische Wort für Klappentext. Ich vergesse es manchmal und denke es sind 2 verschiedene Sachen.^^

Was sollte enthalten sein?

Ein paar mal habe ich schon gelesen das man eine „Formel“ anwenden soll/kann. Diese würde so aussehen: Hauptcharakter (a) wird vorgestellt. Das Problem (b) wird beschrieben. Eine Art Twist oder Auch Versprechung (c) kommt vor. Oft endet es mit etwas atmosphärischem. (d)

Ich bediene mich mal eines Beispiels: Dem Horizont so nah von Jessica Koch

Die Geschichte einer großen Liebe. Eine Geschichte über Vertrauen, Mut, Schmerz, Verzweiflung und die Kraft loszulassen. Eine wahre Geschichte.

(a) Jessica ist jung, liebt das unkomplizierte Leben und hat Aussichten auf eine vielversprechende Zukunft. (b) Als sie eines Abends das Haus verlässt, ahnt sie nicht, dass sie ihrer großen Liebe begegnen wird. Sie ahnt nicht, dass diese Begegnung ihr gesamtes Weltbild verändern wird. (c) Und vor allem ahnt sie nicht, dass sie schon bald vor der schwerwiegendsten Entscheidung ihres Lebens stehen wird …

(d) Die Autorin erzählt von einem Leben zwischen Optimismus, Hoffnung und Angst. Offen, ehrlich und mit Weitsicht berichtet sie von wahren Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit und bringt dabei mehr als ein Tabuthema zur Sprache. Teil 2 der Danny-Trilogie von Jessica Koch („Dem Abgrund so nah“) und der finale dritte Teil („Dem Ozean so nah“) sind ebenfalls bereits als Kindle-eBook und Taschenbuch verfügbar

Ich finde der letzte Teil ist immer so unbehaglich. Sag mir doch nicht wie sie schreibt, oder über was. Das muss das Buch selbst schaffen. Wozu kaufe ich es sonst?

Aber es ist nur meine persönliche Meinung verwendet ihn ruhig, wenn es euch gefällt.

Erster Satz

Der Allererste Satz eines Klappentextes sollte augenblicklich Interesse wecken. Warum? In einem Buchladen ist der Leser umgeben von 100 anderen die vielleicht nicht so gut geschrieben sind, aber um einiges spannender wirken.

Natürlich ist das nicht das einzige Element, aber gerade bei Erstlingsautoren vielleicht das wichtigste.

Was müssen Klappentexte also können?

Den Leser fesseln

Camillah fand einen Hund den sie nicht mochte. Trotzdem blieb er bei ihr. Sie erlebten Abenteuer zusammen, bis beide starben.

Ziemlich öde, oder? (Davon abgesehen, dass es schlecht geschrieben ist.) Das Ende wird verraten, über die Herausforderungen wird nichts erzählt, etc.
Also ein neuer Versuch:

Das Schicksal führte Camillah und Rex zusammen. Kurz nachdem sie einander trafen, stürzten ihre beiden Welten zusammen. Ihre Liebsten werden in die finstere Unterwelt entführt. Obwohl sie einander nicht ausstehen können, einigen sie sich auf einen Pakt der ihr Leben für immer verändert. 

Naja, gut ist anders, aber ich denke als Beispiel genügt es. Es ist noch immer sehr vage, aber man erfährt das sie wahrscheinlich zusammen kämpfen werden. Es wird eine etwas düstere Stimmung erzeugt. Wirklich überzeugt bin ich selbst nicht, aber definitiv besser als der erste Versuch.

Kurz gesagt der Leser soll mehr wollen. Wenn er den Klappentext liest, sollte man sofort weiter lesen wollen. Oh, Gott! Lebens verändernd?  Laut Cover ist Rex ein Schäferhund. Ich hoffe er bleibt am Leben.

Den Plot vorstellen

Meiner Meinung nach ist das das zweit Wichtigste für einen Klappentext. Wenn jemand keine Plots über Entführungen mag wird man kein Buch darüber lesen.

Hier sollte man auch nicht zu viel mit dem Leser spielen. Klar es darf geheimnisvoll bleiben, aber wenn ihr einen Romanzplot habt und den als Racheplot tarnt, werdet ihr so ziemlich jeden potenziellen Leser enttäuschen. Ein paar Spielereien sind erlaubt, vielleicht sogar erwünscht, aber es muss euch klar sein wer eure Zielgruppe ist.

Atmosphäre erzeugen

Wie bereits im Buch müsst ihr beim Schreiben auf die Atmosphäre achten, dazu müsst ihr wissen was euer Buch ist. Es mag gruselige Stellen geben, aber ist das ein Hauptelement?

Das Setting vorstellen

Zuerst muss ich sagen in vielen, nicht allen, Büchern die in unserer heutigen Welt spielen und keine Fantasy- oder Science-Fiction Elemente beinhalten, ist das Setting im Klappentext zu vernachlässigen.

Einen Racheplot liest man ob er jetzt In Wien oder Berlin spielt. Falls das Setting eine größere Rolle spielt z.B. Antarktis sollte es auch im Klappentext erwähnt werden.

In meinem Beispiel kommt das Setting nicht gut zur Geltung… Deswegen borge ich mir einen Klappentext:

Die sieben Schwestern von Lucinda Riley

„Atlantis“ ist der Name des herrschaftlichen Anwesens am Genfer See, in dem Maia d’Aplièse und ihre Schwestern aufgewachsen sind. Sie alle wurden von ihrem geliebten Vater adoptiert, als sie noch sehr klein waren, und kennen ihre wahren Wurzeln nicht. Als er überraschend stirbt, hinterlässt er jeder seiner Töchter einen Hinweis auf ihre Vergangenheit – und Maia fasst zum ersten Mal den Mut, das Rätsel zu lösen, an dem sie nie zu rühren wagte. Ihre Reise führt sie zu einer alten Villa in Rio de Janeiro, wo sie auf die Spuren von Izabela Bonifacio stößt, einer schönen jungen Frau aus den besten Kreisen der Stadt, die in den 1920er Jahren dort gelebt hat. Maia taucht ein in Izabelas faszinierende Lebensgeschichte – und fängt an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet …

Wir erfahren über die Jetzt Zeit (toter Adoptiv Vater, rätselhafte Herkunft, Genfer See) und wir erfahren über die Vergangenheit (1920er Jahre, Izabela Bonifacio, alte Villa in Rio de Janeiro).

Damit wissen wir im Prinzip alles, was nötig ist für das Setting.

Was man mit dem Cover nicht sagen kann

In meinem Beispiel wäre Camillah an der Seite von Rex zu sehen. Beide voll mit Blut, über ihnen thront ein Schatten und sie schauen kampfbereit zu ihm.

Folgende Dinge erfahrt der Leser dadurch:

  • Die Hauptfigur ist weiblich
  • Hat wohl einen Hund
  • Sie kämpfen zusammen gegen ein großes Wesen

Was der Leser nicht weiß:

  • Warum sie zusammen kämpfen
  • Gegen was genau

Diese Fragen werden durch den Klappentext beantwortet, zumindest teilweise. Ihre Liebsten, wer auch immer das sein mag, werden entführt. Sie müssen wohl gegen Dämonen kämpfen. (Unterwelt)

Innerhalb des Buches wird mit den Annahmen der Leser gespielt. Der Liebste für Rex ist sein 10 jähriges Frauchen und für Camillah ist es ihr alter Großvater. Beide wurden entführt auf ihren eigenen Wunsch hin, da sie ihre Lebensumstände nicht mehr ertragen. (Durch Krankheiten ans Bett gefesselt.) Es könnte gute Dämonen geben ein Missverständnis macht Camillah und Rex zum Mörder. Erst dann werden sie von den Dämonen verfolgt.
Ups, da hab ich grad ein ganzes Buch erfunden…

Fazit

  • Klappentext und Cover sollten potenzielle Leser fesseln und sich gegenseitig ergänzen.
  • Man darf/soll mit den Erwartungen der Leser spielen.
  • Die wichtigsten Elemente erwähnen. Hauptfigur, ungefährer Plot, Atmosphäre
  • Erster Satz soll besonders fesseln.

Auch wenn es vielleicht nur 100 vielleicht 200 Wörter sind, stresst euch nicht wenn es sich nicht sofort toll anhört. Lest Klappentexte von anderen Autoren, lasst den Text ein paar Tage liegen und schreibt so viele ihr könnt/wollt. Es ist kein Wettrennen.

Fällt euch noch etwas ein? Habe ich etwas vergessen? Ich freue mich über alle eure Kommentare!

Photo via VisualHunt.com

Liebe Grüße
CK