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Schlagwort: Lyrik

All morgendlich

Die Zeit verfliegt ohne das ich sie spüren kann. Manchmal ist es so als würde ich nicht hier sein. An solchen Tagen sind alle weit entfernt, ich bin allein.

Das Herz in meiner Brust schlägt wie ein Vogel und will herausbrechen um alles zu beenden. Wie oft kann ich dem Drang noch widerstehen? Was passiert wenn ich nachgebe?
Vielleicht würde ich dann wieder das Glück spüren. Das hoffe ich zumindest.

Was wohl die anderen dazu sagen werden? Sie werden es nicht verstehen. Ich werde wohl einfach weitermachen müssen. Egal wie es schmerzt. Auf keinen Fall darf ich aufgeben. Niemand wird mir helfen ich muss es selbst tun.

Das falsche Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht und ich drehe mich langsam herum und flüstere leise:“ Einen wunderschönen, guten Morgen.“

Als ich ihn sehe ist der Schmerz für einen Moment verschwunden, dann steht er auf und geht. Es bricht wieder über mich herein. So werde ich nicht mehr lange weiter machen können. Aber ein paar Tage gehen sich noch aus.

Photo credit: Carola Cappellari via Visual hunt / CC BY-NC-SA

Wie das Leben spielt

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Ein langer Abend neigt sich dem Ende
Wie sie gelacht haben!
Sie wird zur Legende

Schon immer war sie die einladende
Alle mochten sie, vor allem die Knaben
Ein langer Abend neigt sich dem Ende

Jetzt zeigt sich ihr Lebensende
Wie sich alle an ihr laben
Sie wird zur Legende

Es schmerzt so sehr, ihre Lende
Bald werden sie sie verscharren
Ein langer Abend neigt sich dem Ende

Sieh wie sie da liegt, flach atmend
Von der Kälte wird sie bald erstarren
Sie wird zur Legende

Ihr Sohn schreit wütend
Die Tochter hievt sie auf den Karren
Ein langer Abend neigt sich dem Ende
Sie wird zur Legende

 

Photo credit: Eric Vondy via Visualhunt.com / CC BY-NC-ND

Tiefes Wasser

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Ihr Lachen wehte über’s Land
Während sie steht, gab der Boden nach
Bald fand sie sich am Strand.

Fest klammerte ihre Hand,
Überall das Holz zerbrach
Ihr Lachen wehte über’s Land.

So weit weg, der rettende Rand
Was wohl kam danach?
Bald fand sie sich am Strand.

In ihr war ein Brand
Das Wasser war vielfach
Ihr Lachen wehte über’s Land.

Rasant ihre Hoffnung schwand
Um sie herum alles war schwach
Bald fand sie sich am Strand.

Sie fand sich wieder im weichen Sand
Der Tod, was für eine Schmach
Ihr Lachen wehte über’s Land
Bald fand sie sich am Strand.

 

Photo via Visual hunt

Die Frau am Steuer

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Photo credit: dalechumbley via VisualHunt / CC BY-NC-ND

Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer,
Das Luftschiff segelt auf den toten Winden.
Keine Chance auf Heimkehr.

In einer Hand den Speer.
Nur um diesen Kontinent zu finden.
Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer.

In diesem endlosen Luftmeer,
Ihre Hoffnungen schwinden.
Keine Chance auf Heimkehr.

Wie ein alter Feldheer,
Steht sie, und weiß sie müssen sich weiter schinden.
Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer.

Für dieses Abenteuer gewinnt sie keine Lorbeer,
Wie lange sie sich wohl noch winden?
Keine Chance auf Heimkehr.

Ihr größtes Begehr,
Dort können sie es finden!
Eine Aussicht über das kalte, trübe Meer.
Keine Chance auf Heimkehr.

Der Musikant

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Johann Strauß

Seine Geige umklammert er mit der linken Hand während er vorsichtig mit dem Bogen über die Saiten streicht. Der Wind umhüllt ihn und nimmt seinen Tönen jeden Raum. Sein ganzer Körper, sogar die Hände und das Gesicht glänzen in der Sonne golden. Womit hatte er das verdient?

Früher war er ein hoch angesehener Künstler von vielen verehrt. Noch mehr liebten ihn. Doch heute steht er nur noch da und spielt im Park zwischen weißen Bögen für die Vögel rund um ihn. Keiner interessiert sich mehr für ihn. Alle wollen sie nur ein Foto vom goldenen Mann.

Eine Taube landet zu seinen Füßen. Still steht er da und spielt weiter für sie mit seinen kalten, steifen Fingern während der Wind keinen Raum für seine wunderschönen Töne lässt.

 

Photo credit: archer10 (Dennis) 92M Views via Visual Hunt / CC BY-SA