Zum Inhalt springen

Schlagwort: Schreibkurs

Der Musikant

9076677104_e54e86484e_z
Johann Strauß

Seine Geige umklammert er mit der linken Hand während er vorsichtig mit dem Bogen über die Saiten streicht. Der Wind umhüllt ihn und nimmt seinen Tönen jeden Raum. Sein ganzer Körper, sogar die Hände und das Gesicht glänzen in der Sonne golden. Womit hatte er das verdient?

Früher war er ein hoch angesehener Künstler von vielen verehrt. Noch mehr liebten ihn. Doch heute steht er nur noch da und spielt im Park zwischen weißen Bögen für die Vögel rund um ihn. Keiner interessiert sich mehr für ihn. Alle wollen sie nur ein Foto vom goldenen Mann.

Eine Taube landet zu seinen Füßen. Still steht er da und spielt weiter für sie mit seinen kalten, steifen Fingern während der Wind keinen Raum für seine wunderschönen Töne lässt.

 

Photo credit: archer10 (Dennis) 92M Views via Visual Hunt / CC BY-SA

Kampf

2953510361_4009832ba0_m

Zwei Katzen liegen auf der Lauer. Ihre Beute ist ein langes, dünnes Fädchen. Dem schwarz, weiß geflecktem Männchen wird das zu blöd und zieht von dannen. Er widmet sich lieber wieder dem Schälchen mit Essen.

Aber sie die schwarze Dame sagt zu sich:” Dieses dumme Ding starrt mich schon lange an. Dem muss eine Lektion erteilen.”

Rasend springt sie das Schnürchen an. Sie fetzten sich. Wie ein Meister legt es sich um den Hals des Tigers. Diese wird fuchsteufelswild und reißt es sich vom Körper. Kurz herrscht Ruhe. Nur das knautschen ihres Gefährten ist zu hören.

Nach kurzer Zeit stürzt sich die Katze wieder auf die wehrlose Schnur. Dieses Mal bekommt sie diese zu packen. Sie verschlingt es mit wenigen Bissen. Nun ruht die Schnur in ihrem Magen und bereitet sich auf den nächsten Angriff vor.

 

Photo credit: play4smee via VisualHunt.com / CC BY-NC

Retter in Not

3513237937_7fdb20be57_zFriedlich schlafend lag der Hase in seinem Bau. Seine Familie ist schon seit Tagen weg. Also schläft er die ganze Zeit und bekommt langsam Hunger. Während er sich wälzt kommt ein unangekündigter Gast in seinen Bau.

Lautlos steht er im Eingang. Der Hase braucht ewig um ihn zu bemerken, dann plötzlich springt er auf und kreischt.

“W-wer bist du?”, seine Stimme ist zittrig.

“Großes Tier schreck dich nicht so. Ich bin doch nur ein Eichhörnchen”, es lispelt stark.

Noch immer atmet der Hase schnell. Seine Nase bewegt sich ununterbrochen.

“Ich bin hier um dich zu warnen. Deine Familie wird nicht wiederkommen. Der Jäger hat sie”, die Stimme ist mahnend.

“Das ist eine Lüge! Seit Jahren war kein Jäger mehr da.”

“Aber jetzt wieder also lauf. Sie haben deine Fährte schon!”

Ohne Vorwarnung dreht der Hase sein Hinterteil zum Eichhörnchen und schüttet sie mit Erde zu. Empört zieht sie davon.

Aber weit geht sie nicht. Nur bis zum nächsten Baum hinauf. Dort wartet sie. Worauf genau weiß sie selbst nicht, aber vielleicht konnte sie ja helfen.

Der Jäger kam bei Nachtanbruch. Sein Hund hatte den Hasen schnell. Panisch sprang die Eichhörnchen nach unten doch es war zu spät. Der Hase war tot durch einen einzigen Biss.

Der Hund dreht sich nach oben und bellt:” Du bist als nächstes dran!”

Mit einem Haps ist es verschwunden.

 

Photo credit: johnmuk via Visualhunt / CC BY-NC-SA

Gutes gibt es

32920881661_b9cc1b5e39_z

Heute musste sie wieder den Marktplatz besuchen. Dort würde eine junge Hexe auf sie warten. Zumindest sagten, dass ihre Träume.

So kletterte sie über den Berg, watete durch den Fluss und wanderte den langen Weg entlang. Endlich war sie am Markt. Heute war es besonders geschäftig.

Nach wenigen Schritten erblickte sie eine Hexe.

“Bist du die aus meinem Traum?”

Verwirrt verschwindet die Hexe.

Enttäuscht zieht die Frau weiter. Unsicher blickt sie sich um. Nach nur wenigen Schritten erblickt sie die nächste. Freudig tänzelt sie zu ihr hinüber.

“Ich bin hier um dich zu retten.”

Sie spuckt ihr auf die Füße und verschwindet ebenfalls. Noch ein bisschen enttäuschter zieht sie von dannen. Lange wandert sie über den Platz. Bis sie erschöpft aufgibt. Bitterlich weinend sitzt sie da.

Auf Einmal spricht eine sanfte Stimme:” Warum weinst du denn Großmütterchen?

“Ach ich suche jemanden den ich retten kann”

Sie öffnet die Augen und sieht ein kleines Kind mit nur einem Bein vor sich stehen. Sofort wird ihr Herz weich und sie fällt dem Kind um den Hals.

Sie lässt es auf ihren Rücken klettern und zusammen entfliehen sie dem Getöse des Marktes.

 

Photo credit: AdamCohn via Visualhunt / CC BY-NC-ND

Das Monster

frankenstein-monster-boris-karloff-actor-vintage

Es ist dunkel und eng. Zusammen mit einigen anderen Kameraden liege ich auf der Lauer. Meine Frau, die Räuberbraut ist auch da. Schon seit Stunden warten wir, dass ES wieder kommt. Meine Beine lasse ich kurz wackeln. Sie sollen bereit sein wenn der Moment kommt.

Da endlich es wird heller. Die Kameraden nicken mir zu und ich laufe los. Meine Braut ist direkt hinter mir. Zusammen attackieren wir das Ungeheuer. Mit gezielten Bewegungen schnappt es nach uns. Geschickt weichen wir aus. Meine Frau stolpert kurz, schnell packe ich sie und zerre sie weiter.

Erleichtert lächelt sie mich an. Urplötzlich greift das Monster wieder an und bekommt sie zu packen. Sie ist stumm und rührt sich nicht mehr. Ihr ganzer Körper erschlafft. Verzweifelt versuche ich sie aus ihrer Lage zu befreien, aber ich werde einfach mit ihr gezogen.

Die Sonne blendet mich. Meine Frau sehe ich nur schemenhaft neben mir. Sie baumelt leblos vor sich hin.

Der Griff von dem Monster wird auf einmal fester. Es droht mich zu ersticken. Ich spüre wie meine Kraft mich verlässt. Mit meiner letzten Kraft richte ich meinen Blick nach vorne.

Es schiebt mich langsam auf dieses ekelhafte Loch zu. Es stinkt es wurde schon so oft benutzt. Immer wieder drückt es mich dort hinein. Seit Jahren ist das Loch das selbe nur das Monster ändert sich. Früher wirkte es älter aber plötzlich war es wieder jung.

Jetzt stecke ich in diesem schrecklichen Loch. Ich werde gewaltsam herum gedreht eine ganze Umdrehung nach rechts, blitzschnell werde ich wieder entfernt. Der Dreck klebt an mir. Aus den Augenwinkeln sehe ich das meine Frau sich bewegt. Wir schmiegen uns aneinander und kehren in die Dunkelheit zurück um dort auf den nächsten Angriff zu warten.

 

Photo via Visualhunt.com