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Schreiben egal ob man will oder nicht

Lange Zeit druckse ich herum ob ich das hier wirklich schreiben soll. So ziemlich jeder Blog hat mindestens einmal darüber geschrieben, aber so lange es nur einer Person hilft hat das seine Daseinsberechtigung.

Das hört sich sehr nach Folter an.

Wenn du liebst was du tust ist es nie Folter. Sagt sich jetzt einfach, aber es ist so. Ich arbeite momentan in einem Job der komplett aussichtslos ist. Hier werde ich weder alt noch reich werden. Nun gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Ich lasse mich von all diesen negativen Gedanken leiten. Alles Mist. Wozu bin ich überhaupt hier?
  2. Oder ich belüge mich selbst und sage ist eh alles super. Haha, der Kerl mit der Helene Fischer Obsession ist wieder da. Bin gespannt was er heute ausdruckt. 

Wozu erzähl ich euch von meiner Situation? Hätte ich nicht explizit gesagt das es um meinen Beruf geht hättet ihr es gewusst? Wahrscheinlich nicht. Denn beim Schreiben quälen uns alle ähnliche Gedanken.

Also haben wir die gleichen Optionen.

Toll. Was bringt mir das jetzt?

Erstmal nicht viel. Aber durch Wiederholung wird es besser. Anfangs musste ich mich dazu zwingen die Kunden anzulächeln, heute muss ich mich dazu zwingen böse zu schauen.
Durch die positive Einstellung, geht es mir besser. Das schlägt sich in meinem Verhalten nieder, durch mein Engagement bekomme ich regelmäßig Trinkgeld von dem sich hin und wieder leben lässt.

Jetzt wenden wir das aufs Schreiben an:
Durch die positive Einstellung sind wir eher gewillt zu schreiben. Wir schreiben öfters also wird auch unser Buch früher fertig. Dadurch lässt sich eher davon leben.

Gut, also ich soll schreiben wenn ich glücklich bin.

Nein, das meine ich nicht. Wenn wir vom schreiben leben wollen muss man es machen wie bei einem regulären Job. Man setzt sich eine fixe Zeit in der man sich auf diese Tätigkeit konzentriert und aus. Egal wie die Stimmung ist. Wenn ihr schlecht geschlafen habt ist das keine Ausrede, den Tag auszulassen. Stellt euch das Gespräch vor das ihr mit dem Vorgesetzten führen müsstet:

„Tut mir leid Chef, aber ich kann heute nicht kommen.“
„Oje, haben Sie die Grippe?“
„Nein, schlecht geschlafen.“

Tuttuttut. 

So etwas spielt es im Berufsleben nicht. Und da wir vom schreiben leben wollen ist das ebenfalls ein Beruf.

Falls ihr schon wisst, dass das Schreiben ein Hobby bleibt könnt ihr trotzdem ein ähnliches Prinzip versuchen. Schließlich kann euer Buch dadurch nur schneller fertig werden.

Noch etwas sehr wichtiges: Egal ob beim Schreiben oder in einem anderen Beruf. Ihr müsst auf euch achten. Leider tut das kein anderer. Falls ihr krank seid kümmert euch zuerst um euer Wohlbefinden, dann der ganze Rest. 

Was ist wenn ich absoluten Müll schreibe?

Ist vollkommen egal. Wir müssen so und so den Text editieren. Kaum Autoren kommen darum herum, wir sind dabei nichts besonderes. Auch wir werden editieren.
Denn der 1. Entwurf ist nur für uns Autoren. Der soll Müll sein.

Sagen wir der 1. Entwurf ist eine Deponie. Dann werdet ihr beim editieren zum Arbeiter der die Haufen durchkämmt. Tapfer kämpft ihr euch durch die Berge. Teilweise könnt ihr Dinge wiederverwenden. Manche Sachen sind einfach nur zum Wegschmeißen. Hin und wieder habt ihr vielleicht einen echt Glücksgriff und oft habt ihr da Dinge die dreckig aussehen, aber wenn ihr sie vom Staub befreit seht ihr wie wertvoll sie wirklich sind. Cool! Eine Lavalampe.

Warte! Niemand soll den 1. Entwurf sehen?

Absolut niemand. Wenn wir den Entwurf schreiben mit dem Hintergedanken, dass der schon gelesen werden könnte konzentrieren wir uns zu sehr auf die glänzenden Dinge und nicht auf solche die mit etwas Arbeit richtig strahlen könnten.
Auf diese Weise arbeiten wir wie mit verbundenen Armen. Wir wollen so viel, können aber so wenig machen. Es könnte ja sonst schlecht werden.

Sonst noch was?

Einen Tipp den ich besonders hilfreich finde ist, dass man nichts löschen soll. Absolut gar nichts. Klar wenn man im Word schreibt und ein Wort rot unterstrichen ist kann man das ausbessern.
Aber ansonsten alles so lassen wie man es geschrieben hat. Egal wie bescheuert es sich anhört. Das Editieren ist zum verbessern da. Der 1. Entwurf ist für das Ideen sammeln. Oder Müll sammeln.

Wie seht ihr das mit dem 1. Entwurf?

Photo via Visual hunt

 

Published inWissen

2 Comments

  1. Danke für die vielen Gedankenanstöße. Nach meiner Erfahrung, muss jeder seinen eigenen Weg finden, vor allem bei der Zeiteinteilung. Für mich funktioniert das feste Zeiten setzen auch nur sehr begrenzt.
    Was den ersten Entwurf angeht… ich habe bisher noch keinen Roman oder längere Geschichten geschrieben. Bei mir gab es bisher immer nur den ersten Entwurf, keinen zweiten. Ich schreibe runter und bin fertig. Eine Fehlerkontrolle mache ich natürlich und es wird mal ein Wort oder ein Satz umgestellt, aber das war es. Wäre mal spannend auszuprobierne, wie ich an längere Schriften gehe.

    • Immer wieder gerne^^
      Mit Zeitsetzung würdde ich es auch gerne mal probieren, aber ich schreibe meistens in der Arbeit weswegen das teilweise schwer geht.
      Ist auch mein erstes Mal so einen langen Text zu bearbeiten. Icht hatte zwar mal eine Fanfiktion die mehrer 100 Seiten lang war, aber ich hab sie mir keine 2x Mal durchgelesen^^ Es ist eine tolle Erfahrung! Viel Arbeit, aber jetzt habe ich ein besseres Gefühl für die Welt. Auch ohne einen Lektor fühlt sich das Projekt schon professioneller an.

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